Pürsün: Warum wird der Moderna-Impfstoff erst jetzt verimpft?

„Der Impfstoff gegen das Corona-Virus ist ohnehin schon knapp, und dann hat die Landesregierung auch noch den Moderna-Impfstoff zurückgehalten und will ihn erst jetzt verimpfen“, kritisiert Yanki PÜRSÜN, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion der Freien Demokraten im Hessischen Landtag. Dass der Moderna-Impfstoff zuletzt noch gelagert wurde, hat die Landesregierung am Montagnachmittag in einer Sondersitzung des Sozialpolitischen Ausschusses erklärt. Pürsün kann diese Entscheidung nicht verstehen: „Jede Impfdose zählt. Die Landesregierung hat es noch nicht mal geschafft, die vulnerablen Gruppen zu schützen. Über die Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen weiß sie nicht detailliert Bescheid, obwohl gerade dort dringender Handlungsbedarf besteht. Obgleich der überwiegende Teil der an oder mit Corona verstorbenen Menschen aus Altenheimen kommt, ist bislang gerade mal die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner von Altenheimen geimpft. Das ist eindeutig zu wenig.“

Pürsün betont: „Relevante Informationen wie die des zunächst eingelagerten Moderna-Impfstoffs gibt es immer nur auf Drängen und Bohren der Opposition. Auch dass die Landesregierung jetzt ankündigt, die weiteren Impfzentren in den Landkreisen am 9. Februar zu öffnen, geschieht auf Druck der Opposition. Wir Freie Demokraten haben mehrfach gefordert, dass der Impfstoff möglichst nah zu den Menschen kommen muss und sämtliche Impfzentren geöffnet werden müssen. Das muss nach unserer Überzeugung sofort geschehen, um den Seniorinnen und Senioren, die jetzt geimpft werden, weite Wege zu ersparen und damit auch das Infektionsrisiko zu senken.“ Die Freien Demokraten fordern zudem, dass der Impfstoff proportional im Land verteilt wird.

Pürsün kündigt an: „Wir haben gesehen, dass Opposition wirkt und werden weiter die wichtigen Fragen stellen.“ Bereits am Donnerstag steht im Innenausschuss ein Dringlicher Berichtsantrag der Freien Demokraten zu Impfzentren und Impfstoff-Verteilung (Drs. 20/4408)auf der Tagesordnung, und am gleichen Tag wird im Sozialausschuss ein Dringlicher Berichtsantrag der Freien Demokraten zum Schutz der Alten- und Pflegeheime (Drs. 20/4411) beantwortet.