Pürsün: Beim Impfen keine Zeit verlieren – Hausärzte rasch einbinden

Yanki PÜRSÜN, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, hat die Forderung bekräftigt, im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Impfkapazitäten zu erhöhen. „Wir haben keine Zeit zu verlieren. Sobald Impfstoff zur Verfügung steht, muss dieser schnellstmöglich zu den Menschen kommen. Daher ist es vollkommen unverständlich, dass die Landesregierung erst Erfahrungen anderer Bundesländer abwarten will, ehe sie Haus- und Betriebsärzte einbindet“, kritisiert Pürsün. „Jetzt ist keine Zeit, um zu beobachten und abzuwarten. Die Haus- und Betriebsärzte müssen nach unserer Überzeugung rasch beteiligt werden.“

Pürsün bezieht sich auf Aussagen der Landesregierung in der Sitzung des Sozialausschusses am Donnerstag, in der die Freien Demokraten einen umfangreichen Fragenkatalog in Bezug auf das Impfen, aber auch auf die Situation in den Altenheimen vorgelegt hatten. In der Sitzung wurde auch deutlich, dass sich Schwarz-Grün erst auf Druck der Opposition zur Öffnung aller Impfzentren durchringen konnte. „Wenn es nun aus Reihen der Grünen heißt, die Zentren seien geöffnet worden, damit ‚jedes Kaff sein Impfzentrum‘ habe, zeugt das von Arroganz gegenüber den Menschen, die große Distanzen gar nicht oder nur mit Mühe zurücklegen können. Es muss den Bürgerinnen und Bürgern so einfach wie möglich gemacht werden, die schützende Impfung zu bekommen“, erklärt Pürsün. „Wie wichtig eine schnelle Impfung gerade für ältere Menschen ist, zeigt die dramatische Situation in den Altenheimen, deren Schutz die Landesregierung vernachlässigt hat“, kritisiert der gesundheitspolitische Sprecher. Bis Mitte Januar wurde das Virus in 565 Pflegeeinrichtungen in Hessen nachgewiesen, 2600 verstorbene Heimbewohner waren mit dem Virus infiziert. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Freien Demokraten (Drs. 20/4321) hervor. Nach Zahlen der Pflegeaufsicht beim Regierungspräsidium waren es Stand gestern 3067 Tote.

Pürsün zeigt sich zudem besorgt angesichts des „Vordrängelns“ beim Impfen, über das es bereits jetzt zahlreiche Medienberichte gibt: „Wenn jetzt schon Menschen geimpft werden, die eigentlich von der Priorität noch nicht dran sind, führt das dazu, dass dieser Impfstoff für die besonders zu schützenden Gruppen fehlt. Und es erschüttert das Vertrauen in ein funktionierendes, gerechtes Impfsystem. Bislang hat die Landesregierung noch nicht dargelegt, wie sie solche Ungerechtigkeiten beenden will.“