Frankfurter Kreisvorsitzender Maiwald: „Stephanie Wüst und Annette Rinn hinterlassen ein Frankfurt, das sicherer und wirtschaftlich stärker ist.“
Die Stadtverordnetenversammlung hat am heutigen Donnerstag die beiden FDP-Dezernentinnen Stephanie Wüst (Wirtschaft, Recht und Stadtmarketing) und Annette Rinn (Ordnung, Sicherheit und Brandschutz) abberufen.
Damit endet nach fast fünf Jahren die Arbeit der Freien Demokraten im hauptamtlichen Magistrat der Stadt Frankfurt am Main. Beide waren am 9. September 2021 in ihre Ämter gewählt worden und hatten diese auch nach dem Ende der Römerkoalition im Sommer 2025 verantwortungsbewusst weitergeführt.
Hierzu erklärt Frank Maiwald, Vorsitzender der FDP Frankfurt: „Die neue Koalition hat die Mehrheit für diesen Schritt – das ist ihr gutes Recht, und wir akzeptieren das. Was sie nicht abwählen kann, ist die Bilanz. Stephanie Wüst und Annette Rinn haben 2021 in einer der schwierigsten Phasen der jüngeren Frankfurter Stadtgeschichte Verantwortung übernommen: Corona-Pandemie, Inflation, ein angespannter Haushalt und eine Sicherheitslage, die viele Menschen in dieser Stadt umtreibt. Sie haben nicht verwaltet, sondern gestaltet. Dafür danke ich beiden im Namen des gesamten Kreisverbandes von Herzen.“
Stephanie Wüst: AMLA als Meilenstein für den Finanzplatz
Der sichtbarste Erfolg der Amtszeit von Stephanie Wüst ist die Ansiedlung der neuen europäischen Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AMLA) in Frankfurt. Die Wirtschaftsdezernentin hat bereits ab 2022 – lange bevor der offizielle Bieterwettbewerb überhaupt begonnen hatte – auf Bundes- und Landesebene für den Standort Frankfurt geworben und die Bewerbung gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Frankfurt und dem Regionalmarketing FrankfurtRheinMain vorbereitet. Im Februar 2024 entschieden sich Europäisches Parlament und Mitgliedstaaten für Frankfurt – gegen Mitbewerber aus acht weiteren EU-Staaten, darunter Paris, Madrid, Rom, Wien, Brüssel und Dublin.
Seit dem 1. Juli 2025 arbeitet die AMLA am Main und wird mittelfristig rund 400 Beschäftigte zählen. Nach EZB und EIOPA ist sie die dritte europäische Institution in Frankfurt und ein entscheidender Baustein für das Profil der Stadt als europäischer Finanzplatz.
Darüber hinaus war Stephanie Wüst als Aufsichtsratsvorsitzende der Messe Frankfurt und der Wirtschaftsförderung Frankfurt eine im besten Sinne unbequeme Anwältin des Standorts. Sie hat das Frankfurter Start-up-Ökosystem sichtbar gemacht und mit Formaten wie Frankfurt Forward vernetzt, sich früh und beharrlich der Transformation der Innenstadt und dem Umgang mit Leerständen auf der Zeil gewidmet und mit der Ausbildungsmesse einen praktischen Beitrag gegen den Fachkräftemangel geleistet.
Trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds blieb Frankfurt ein Standort, der zuletzt erneut mehr als drei Milliarden Euro an Gewerbesteuereinnahmen verbuchen konnte. Für die Unternehmerinnen und Unternehmer dieser Stadt war ihre Tür immer offen.
Annette Rinn: Sicherheit zur Chefsache gemacht und der Feuerwehr den Rücken gestärkt
Annette Rinn hat das Thema Sicherheit in Frankfurt dauerhaft nach vorne gebracht. In ihre Amtszeit fallen die Einrichtung der Waffenverbotszone im Bahnhofsgebiet – gegen hartnäckigen politischen Widerstand –, deren Ausweitung zum durchgehenden 24-Stunden-Betrieb sowie die zusätzliche Waffenverbotszone in Alt-Sachsenhausen. Die Videoschutzanlagen im Bahnhofsviertel, die die Freien Demokraten an solchen Kriminalitätsschwerpunkten unterstützen, führten zur Identifizierung hunderter Tatverdächtiger.
Am 1. September 2025 unterzeichnete die Stadt gemeinsam mit Deutscher Bahn, Bundes- und Landespolizei sowie der VGF die Kooperationsvereinbarung für mehr Sicherheit am Hauptbahnhof und an den innerstädtischen ÖPNV-Knotenpunkten – ein Abkommen, das inzwischen eine positive Zwischenbilanz vorweisen kann. Hinzu kommen die personelle und technische Stärkung der Stadtpolizei bis hin zum Start der Bodycam-Testphase im Juli dieses Jahres sowie die Modernisierung der Ausländerbehörde.
Weniger im Rampenlicht, aber mindestens ebenso wichtig war ihr Einsatz für die Frankfurter Feuerwehr. Die Branddirektion ist mit rund 1.200 hauptamtlichen Beschäftigten, 28 Freiwilligen Feuerwehren und zwölf Feuer- und Rettungswachen eines der größten Ämter der Stadt – und war über Jahre chronisch unterfinanziert. Annette Rinn hat dieses Investitionsdefizit konsequent angegangen: In ihre Amtszeit fallen der Umbau der Zentralen Leitstelle, die Neubauten für die Freiwilligen Feuerwehren in Fechenheim und Griesheim und die Reaktivierung der Feuer- und Rettungswache 2a in Bockenheim. Hinzu kommt der Startschuss für die Erneuerung der ältesten noch in Betrieb befindlichen Frankfurter Feuerwache aus dem Jahr 1909 im Gallus, wo gemeinsam mit ABG und BKRZ zugleich 41 Mietwohnungen entstehen. Auch die Wege der Bevölkerungswarnung wurden ausgebaut, unter anderem über die Infoscreens in Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen. Maiwald: „Beide Dezernentinnen haben ihre Ämter nie als Parteiposten verstanden, sondern als Auftrag für die ganze Stadt. Wer wissen will, was Annette Rinn ausmacht, sollte mit den Kameradinnen und Kameraden auf den Wachen sprechen: Sie hat für die Feuerwehr gekämpft, als das im Haushalt unbequem war. Und Stephanie Wüst hat mit der AMLA einen europäischen Standortwettbewerb für Frankfurt entschieden, den viele der Stadt gar nicht zugetraut hatten. Frankfurt schuldet ihnen Dank – und die neue Koalition schuldet den Bürgerinnen und Bürgern jetzt Antworten darauf, wie es bei Sicherheit, Sauberkeit und Wirtschaftskraft weitergehen soll. Die Freien Demokraten werden diese Themen aus der Opposition heraus mit unverminderter Konsequenz verfolgen.“
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