Liberale Umweltoffensive für Frankfurt

vom

Das Ziel liberaler Umweltpolitik ist es, nachhaltige Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zu sichern und zu erreichen. Gemäß unserem Menschenbild vertrauen wir einerseits darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger selbst verantwortungsvoll und nachhaltig handeln; andererseits sehen wir die Stadt Frankfurt, ihre Akteure in Verwaltung und Wirtschaft ebenso wie jeden Einzelnen in der Pflicht, das Zusammenleben in der Stadt Frankfurt ökologisch nachhaltig zu gestalten.

Zugleich stellt sich unsere liberale Umweltpolitik den besonderen Anforderungen unserer Zeit, wie dem Klimawandel, der Energiewende und dem Zuzug in die Stadt. Die erforderlichen Maßnahmen haben das Ziel, Umweltbelastungen weitgehend zu vermeiden sowie nachhaltige Stoffkreisläufe einzuführen. Die Implementierung der Maßnahmen soll so weit wie möglich durch effektive, marktwirtschaftliche Mechanismen erfolgen.

Zur Finanzierung der Maßnahmen fordern wir bevorzugt die Umschichtung bestehender Haushaltsmittel. Alle städtischen Stellen für Umweltberichte und -daten sowie Beratung zu Umweltprogrammen sollen in einer Einrichtung gebündelt werden. Grundvoraussetzung für eine gesunde Stadtökologie ist die Einrichtung einheitlicher, stadtweiter, wissenschaftlich fundierter Messstellensysteme für alle relevanten Emissionen und Wetterdaten.

Wir erwarten, dass die Wirtschaft und Verwaltung als gutes Vorbild ein verantwortungsvolles und ökologisch nachhaltiges Verhalten transparent vorleben. Es ist die Pflicht der Stadtverwaltung bestehende Regeln konsequent durchzusetzen.

1. Flächen

Die Freien Demokraten Frankfurt möchten die Flächennutzung der Stadt effizienter gestalten. Es ist eine essentielle Aufgabe der Stadt, die Flächennutzung unter Berücksichtigung der sich verändernden Lebensrealitäten der Frankfurter Bürger zu planen. Dabei ist darauf zu achten städtische Qualität zu erhalten und weiterzuentwickeln. Private und öffentliche Grünflächen erachten wir grundsätzlich als schützenswert.

Aus diesen Gründen fordern die Freien Demokraten Frankfurt:

Die Stadt Frankfurt soll überregional darauf hinwirken, dass diese Strategie in anderen hessischen Gemeinden aufgegriffen wird.

2. Gewässer

Die Freien Demokraten Frankfurt fordern die konsequente Umsetzung der geltenden europäischen Standards für Gewässerqualität und naturbelassenen Uferzonen. Wir streben eine möglichst uneingeschränkte Durchlässigkeit aller offen fließenden Flüsse und Bäche im Stadtgebiet an. Für kanalisierte Gewässer soll eine Einzelfallprüfung erfolgen.

Zu diesem Zweck fordern die Freien Demokraten Frankfurt:

3. Luft

Für die Freien Demokraten Frankfurt ist eine hohe Luftqualität für Besucher und Bewohner unserer Stadt von höchster Bedeutung.

Wir fordern aus diesem Grund:

4. Lärm

Wesentlicher Lärmemittent in Frankfurt sind der Straßen- und der Schienenverkehr.

Zur Reduktion und Absenkung dieser Belastung fordern wir:

5. Lichtverschmutzung

Aufgrund der dichten Besiedelung und vielen Industrie- und Verkehrsanlagen wird der Nachthimmel über dem Rhein-Main-Gebiet und insbesondere Frankfurt nicht mehr richtig dunkel. Neben dem unnötigen Verbrauch von Energie lassen sich negative gesundheitliche Effekte auf eine Vielzahl von Arten feststellen. Insekten, Kleinsäuger und Vögel orientieren sich genau wie Menschen an dem Verlauf der Helligkeit eines Tages. Künstliche Lichtemissionen stören diesen Rhythmus nachweisbar.

Die Freien Demokraten Frankfurt wollen mit der Reduzierung der Lichtverschmutzung drei Ziele erreichen:

  1. Verbesserte Lebensbedingungen für Tiere und Menschen.
  2. Senkung des Energieverbrauchs.
  3. Verbesserung der Bedingungen zur astronomischen Beobachtung.

Wir fordern daher die Stadt Frankfurt auf einen Masterplan „Nachthimmel“ zu erarbeiten mit verschiedenen Maßnahmen zur Vermeidung künstlichen Lichts:

Straßenbeleuchtung

Bis 2022 soll eine Planung zur Umstellung der Straßenbeleuchtung zum Jahr 2030 vorgelegt werden. Darin soll berücksichtigt werden:

Installationen

Gewerbe und Industrie

6. Biodiversität

Die Stadt ist Lebensraum für eine breite Vielfalt von Tieren und Pflanzen, die es zu erhalten und zu entwickeln gilt. Wir befürworten eine ausgeprägte Artenvielfalt im Stadtgebiet. Dabei sind der Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger sowie der Erhalt städtischer Lebensqualität zu berücksichtigen. Artenschutz findet seine Grenzen bei unkontrollierter Verwilderung.

Daher fordern die Freien Demokraten Frankfurt:

7. Klima

Wegen des fortschreitenden Klimawandels ist die Emission von Treibhausgasen ein vordringliches Thema. Die Freien Demokraten Frankfurt bekennen sich zum Pariser Klimaabkommen und dem dort vereinbarten Ziel, bis 2050 die globale Emission von Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 durch Emissionsreduktion und die Schaffung von CO2-Senken um 95% zu reduzieren.

Hierzu fordern wir:

8. Energieversorgung

Geeignete Nutzflächen sollen für die nachhaltige Energiegewinnung aufgewendet werden. Der erzeugte Überschussstrom muss mittels fortschrittlicher Infrastruktur gespeichert werden können.

Zu diesem Zweck fordern die Freien Demokraten Frankfurt:

Wärmeversorgung

Die Wärmeversorgung von Gebäuden privater Haushalte und Unternehmen verursacht einen erheblichen Teil der Treibhausgasemissionen Frankfurts. Die Frankfurter Liberalen fordern deshalb eine Optimierung der Wärmeversorgung zur Emissionsreduktion.

Wir fordern:

9. Sauberkeit und Kreislaufwirtschaft

Die Freien Demokraten Frankfurt wollen die Potenziale einer Kreislaufwirtschaft für eine ökonomisch und ökologisch effiziente Rohstoffnutzung in der Stadt Frankfurt ausschöpfen. Übergeordnetes Ziel muss es sein,

  1. Abfallprodukte zu vermeiden,
  2. sie je nach Potenzial konsequent und gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz direkt wiederzuverwenden (ggf. nach Reinigung),
  3. durch Umformung oder ähnliche Technologien wiederzuverwerten (sog. Upcycling),
  4. stofflich zu verwerten (sog. Recycling),
  5. energetisch zu nutzen.

So wollen wir zu einer nachhaltigen, umweltfreundlichen Wertschöpfung beitragen. Ab 2022 soll die Stadt Frankfurt jährlich über die konsequente Anwendung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes in städtischen Einrichtungen und Eigenbetrieben berichten.

Die Stadt Frankfurt und die Metropolregion Rhein-Main sollen zu einem Praxislabor für eine funktionierende städtische und regionale Kreislaufwirtschaft aufgebaut werden. Dazu fordern die Freien Demokraten Frankfurt, dass die Stadt Frankfurt alle nötigen Schritte unternimmt, um die Wertschöpfungspotenziale zu ermitteln und ihre Nutzung zu erarbeiten: