Fairer Wettkampf – starke Vereine. Für eine liberale Sportpolitik

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Die FDP Frankfurt setzt sich für eine moderne, liberale Sportpolitik, die Vereine stärkt, Bewegung fördert, Missstände bekämpft und Selbstbestimmung schützt. Daher fordern wir:

A) Vereine stärken

1. Verwaltungsverfahren und Förderanträge sollen digital vereinfacht und insbesondere für kleine, ehrenamtlich geführte Vereine leichter zugänglich werden.

2. Ehrenamtliche Übungsleiter und Trainer erhalten einen gesetzlichen Anspruch auf zusätzlichen unbezahlten Fortbildungsurlaub (5 Tage/Jahr), der außerhalb der regulären Erwerbstätigkeit liegt und flexibel genommen werden kann, vorausgesetzt dass die ehrenamtliche Tätigkeit nachgewiesen werden kann. Zusätzlich sollen kommunale Auszeichnungen und Benefits wie Einladungen zu ehrenamtsspezifischen Events der Kommunen, wie Neueröffnungen, Galas, etc. das Ehrenamt attraktiver machen.

3. Wir fordern eine Anhebung der Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale auf Bundesebene sowie eine Entkopplung von bürokratischen Nachweispflichten. Wir fordern eine Überprüfung der umsatzsteuerlichen Behandlung von Vereinen.

4. Einfachere Zugänge durch ein zentrales digitales Matching-Tool („Verein-Schule-Portal“), das Vereine und Schulen nach Sportart, Altersgruppe und Region verbindet. Gefördert werden mehrjährige Kooperationen mit fester Hallenteilung, Trainerkoordination und gemeinsamen Qualifizierungsmodulen.

5. Bund, Land und Kommunen sollen gemeinsam Programme zur Sanierung und Modernisierung von Vereinsanlagen auflegen, insbesondere in strukturschwachen Regionen.

B) Schulsport neu denken und Vereinssport in den Ganztag integrieren

1. Jede Ganztagsschule soll nach Möglichkeit feste, mehrjährige Partnerschaften (mindestens 2 Jahre) mit lokalen Sportvereinen eingehen, um Kontinuität und Planungssicherheit zu gewährleisten. Sollte die Möglichkeit nach Prüfung durch die Ganztagsschule nicht bestehen, muss ein schulinternes Sportangebot geschaffen werden/bestehen.

2. Kommunen sollen ein öffentlich zugängliches digitales Hallenbelegungsportal entwickeln, das eine effiziente Nutzung ermöglicht, altersgerechte Trainingszeiten sicherstellt und neben den regulären Nutzungen, Vorrang für den Ganztag und Vereine bei z. B. Umlegung von Trainingseinheiten gibt. Über das Portal muss klar geregelt werden:

a) dass z. B. Hausmeister Hallen öffnen und schließen sollen, falls keine andere, sichere Möglichkeit besteht

b) dass Privatpersonen einen marktüblichen Hallenmietbetrag zahlen.

c) dass die mietenden Personen oder Vereine für Schäden haften

3. Sportangebote von Vereinen sollen mindestens 6 Stunden monatlich im Rahmen des Ganztags stattfinden, um Kindern den Übergang in den organisierten Sport zu erleichtern und näher zu bringen. Nach Möglichkeit und Nachfrage sollen die Stunden erhöht werden. Daraus soll ein Zusammenspiel von mehreren Vereinen mit verschiedenen Sportangeboten entstehen.

4. Die Koordination zwischen Schule und Verein ist als feste Aufgabe anzuerkennen. Der leitenden Lehrkraft des Fachbereichs Sport soll daher ein gewisses Kontingent für die Koordinierung der Aufgaben von 2 Stunden im Monat auf das Stundenkonto angerechnet werden.

5. Sanierungs- und Ausbauprogramme müssen Priorität genießen, wo Schule und Verein gemeinsam Hallen nutzen.

C)  Amateursport fair Finanzieren – kein Abstieg in die Schuldenliga

1. Das Land Hessen soll sich auf Verbands- und Bundesebene für eine Reduzierung finanzieller und infrastruktureller Anforderungen an Amateurvereine starkmachen.

2. Unverhältnismäßige Infrastrukturpflichten senken: Vorgaben für Medienübertragungen oder aufwendige Gästebereichseinrichtungen sollen nur bei tatsächlicher sicherheits- oder wirtschaftlicher Notwendigkeit gelten.

3. Vereine sollen Hochrisikospiele an alternativen Austragungsorten durchführen dürfen, um unnötige Investitionen in selten genutzte Infrastrukturen zu vermeiden. Mehrkosten, die durch Hochrisikospiele entstehen, sollen Vereinen in Rechnung gestellt werden – statt die Allgemeinheit damit zu belasten.

4. Die Entlastungsmaßnahmen sind auf vergleichbare Ligensysteme anderer Sportarten auszuweiten.

D) Gesundheit im Leistungs- und Amateursport stärken – Fair Play für Alle

1. Vereine und Verbände sollen nach Möglichkeit verpflichtende Präventionsangebote gegen Überlastung, Essstörungen und psychische Erkrankungen einführen.

2. Athleten müssen über den möglichen Zugang zu unabhängigen medizinischen und psychologischen Fachkräften – außerhalb der Verbandsstrukturen aufgeklärt werden.

3. Die Landesschutzkontaktstelle gegen Gewalt (LSKG) soll als zentrale Anlaufstelle ausgebaut werden, speziell geschult auf Sport- und Vereinsproblematiken, um regionalübergreifend eine Meldestelle zu haben und Doppelstrukturen zu vermeiden.

4. Land und Kommunen sollen Programme unterstützen, die Aufklärung, Trainingsqualität und sportmedizinische Checks ermöglichen, und die Gesundheitsorientierung auch im Breitensport zu fördern.

E) Gegen Fouls am Fiskus – Steuerbetrug und – Verschwendung im Sport konsequent bekämpfen

1. Das Maximalgehalt für Amateursportler, bis zu welchem kein offizieller Amateurvertrag abgeschlossen werden muss, soll auf das Niveau eines Minijobs angehoben werden und einheitlich für alle Sportarten gelten.

2. Für Steuern und Sozialabgaben soll parallel zum Steuerfreibetrag für Studierende ein Grundfreibetrag gelten. Eine Anrechnung auf den Steuerfreibetrag im Fall eines Studiums oder eine Ausbildung erfolgt nicht.

3. Um Steuerbetrug und Steuervermeidung besser abgrenzen zu können, sollen klare Tatbestände iRd. § 370 AO für Vereine aller Größenordnungen im Steuerrecht implementiert werden. So können anhand dieser Regelungen die Sportvereine selbst entscheiden, wie sie ihre Buchhaltung und Bilanzierung möglichst effizient, aber rechtssicher umsetzen können.

4. Staatliche Beteiligungen in Form von Gesellschaften und vor allem Bürgschaften, die die Zahlung von Vorfälligkeitszinsen oder Investitionszuschüssen zur Folge haben können, für Projekte (insbesondere im Profisport) lehnen wir ab. Förderungen haben transparent über Posten im Haushalt zu erfolgen, der Staat hat aber in den Vereinen selbst nichts zu suchen.

5. Sportler sollen Zivilgerichtsbarkeit wählen können, um nicht der CAS unterworfen zu sein.

F) Sportförderung liberal gestalten

1. Öffentliche Gelder sollen gezielt für Jugend-, Integrations- und Inklusionssport verwendet werden statt für Prestigeprojekte wie Stadien für einzelne Spitzensportvereine oder nicht nachhaltige Großveranstaltungen ohne regionale Verankerung.

2. Hürden wie komplizierte Genehmigungsverfahren für Corporate Volunteering, hohe Mindestspenden für Förderungszulagen und fehlende klare Regelungen für Sponsoringverträge sollen gestrichen werden. Diese sollen als Zusatz und nicht als Ersatz von staatlichen Förderungen gesehen werden. 3. Das Land Hessen soll Förderprogramme zwischen Kommunen, Verbänden und Ministerien besser koordinieren, um Doppelstrukturen abzubauen.