Verkehr

Eine leistungsfähige und moderne Verkehrsinfrastruktur ist für die Metropole nicht nur angesichts der rund 300.000 Berufspendler, die täglich aus dem Umland in die Kernstadt kommen, unverzichtbar. Frankfurt ist einer der wichtigsten europäischen Knotenpunkte im Straßen-, Schienen-, Schiffs- und Luftverkehr. Der Erhalt und Ausbau der Straßen und des öffentlichen Personennahverkehrs kann daher nicht allein Aufgabe der Stadt Frankfurt sein. Land und Bund sind gefordert, dauerhaft mehr Mittel für die Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung zu stellen. Auch privates Kapital sollte zukünftig stärker beteiligt werden. Ergänzend zur Finanzierung durch die öffentliche Hand muss geprüft werden, welche Projekte schneller und effizienter im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft realisiert werden können.

Die Frankfurter Verkehrspolitik muss nach nunmehr 10 Jahren grün geprägter Gängelei – die sich vor allem gegen den Auto- und Flugverkehr gerichtet hat – aus ihrer ideologischen Erstarrung befreit werden. Wenn immer mehr Menschen vom Auto auf Busse und Bahnen oder das Fahrrad umsteigen, nutzt das zweifelsfrei allen Verkehrsteilnehmern und insbesondere auch dem Wirtschaftsverkehr. Dieses Ziel sollte jedoch dadurch erreicht werden, dass der öffentliche Personennahverkehr deutlich attraktiver gemacht wird, und nicht durch Gängelei und Verbote. Schnelle Radwege sind sinnvoll, um die Pendlerströme zu kanalisieren und den Wert des Verkehrsträgers Rad zu erhöhen. Grundsätzlich sollte in Frankfurt jedes Ziel sowohl mit dem ÖPNV wie auch mit dem Auto in längstens 45 Minuten erreichbar sein.

Fast 30 % der Frankfurter Bürger sehen die Verkehrssituation – nach dem Wohnungsmarkt – als das zweitgrößte Problem der Stadt an. Vorrangig nennen die Bürger die Problemfelder „zu viel Verkehr/Staus/Baustellen“ und „zu wenig Parkplätze“. Hier ist dringend Abhilfe zu schaffen. Insbesondere muss die Stadt dafür sorgen, dass der Verkehr so gut wie irgend möglich fließen kann und Staus vermieden werden.

Die Bedeutung des Wirtschaftsstandortes Frankfurt ist direkt abhängig von der Drehkreuzfunktion und der Kapazität des Flughafens. Rund 70.000 Arbeitsplätze sind direkt am Flughafen angesiedelt. Tausende weitere Arbeitsplätze stehen im Zusammenhang mit dem Flughafen, weil Unternehmen ihre Standortwahl von den nationalen und internationalen Flugverbindungen abhängig machen. Wir unterstützen den Bau des Terminal 3, weil diese Maßnahme für das wirtschaftliche Wachstum der Stadt und der gesamten Rhein-Main-Region von entscheidender Bedeutung ist. Darüber hinaus fordern wir die Aufnahme des Tarifgebiets Flughafen in das Tarifgebiet Stadt Frankfurt.

Das wollen wir für Frankfurt erreichen:

Sofortmaßnahmen:

  • Verlängerung der U 5 zum Frankfurter Berg.
  • Sanierung maroder Bahnhöfe, insbesondere im Hinblick auf elektronische Anzeigetafeln, Barrierefreiheit und sanitäre Anlagen. Diese Funktionsbereiche müssen dauerhaft instandgesetzt sein. Bei den S-Bahn-Stationen gibt es hier enormen Nachholbedarf.
  • S-Bahnverkehr nachts durchgängig bis zum Flughafen, sowie die Aufnahme des Tarifgebiets in das Tarifgebiet der Stadt Frankfurt.
  • Verzicht auf viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn – Güterverkehr über Alternativstrecke führen.
  • Verbesserung bei Sauberkeit im ÖPNV.
  • Verbesserte Pünktlichkeit und mehr Sicherheit im ÖPNV.
  • Handy-Ticketing besser bewerben.
  • Besser fließender Verkehr durch Optimierung der Ampelschaltungen.
  • Intelligentes Baustellen-Management und Einsatz des Verkehrszeichens „Grünpfeil“ an Ampeln für Rechtsabbieger.
  • Kein generelles Tempolimit von 30 km/h für ganz Frankfurt. Insbesondere auf Hauptverkehrsstraßen muss Tempo 50 erlaubt sein.
  • Grüne Welle zwischen 2 und 5 Uhr zur Lärmvermeidung durch unnötiges Bremsen und Wiederanfahren.
  • Parkleitsystem deutlich übersichtlicher und verständlicher machen.
  • Busparkplätze auf der Berliner Straße verlegen.
  • Abschaffung der Umweltzone, Einführung eines Lkw-Durchfahrtverbots.
  • Erhalt bzw. Ausweisung von ausreichend Parkplätzen in der Innenstadt und in den Stadtteilen.
  • Voraussetzungen für privat betriebenes Wassertaxi auf dem Main zwischen Griesheim und Gerbermühle schaffen.
  • Schaffung von ausreichend Fahrradabstellmöglichkeiten für Kurzparker auf dem Bahnhofsvorplatz.
  • Neugestaltung des Vorplatzes des Hauptbahnhofs zu einem attraktiven Startpunkt für Aktivitäten in der Stadt.

Bis 2020 wollen wir erreichen:

  • Anbringung von dynamischen Fahrgast-Informationsanzeigern, vor allem auch an den Abgängen zu U- und S-Bahnstationen.
  • Bau von Quartiersgaragen oder Parkhäusern in den Stadtteilen.
  • Wiedereröffnung  der Autobahnauffahrt Kalbach/Bonames an der A 661.
  • Straßenbahn bis Bad Vilbel.
  • Verlängerung der U-Bahn Linie 6 bis Steinbach in Verbindung mit Park & Ride-Platz.
  • Planung und Bau von Radschnellwegen sternförmig in die Innenstadt.
  • Bau der Regionaltangente West mit Anschluss an das NordWestZentrum.
  • Bau der Ortsumfahrung Praunheim mit Anbindung an die Dillenburger Straße.
  • U-Bahn vom Südbahnhof zur Sachsenhäuser Warte.

Langfristige Forderungen:

  • Bau der nordmainischen S-Bahn und der Regionaltangente West.
  • Schienenanbindung des Terminal 3.
  • Einrichtung einer S-Bahnstation in Oberrad.
  • Bau eines zweiten S-Bahntunnels in der Innenstadt.
  • U 5 zwischen Hauptfriedhof und Konstablerwache unterirdisch führen.
  • U-Bahn in der Eschersheimer Landstraße unterirdisch führen.
  • Verlängerung der U4 nach Ginnheim (Ginnheimer Kurve).
  • Modernisierung der Busflotte auf einen umweltfreundlichen und geräuscharmen Elektrobetrieb, beispielsweise via Induktion und Brennstoffzelle.