Kultur

Es ist das Ziel der Freien Demokraten, dass sich in Frankfurt am Main Kunst und Kultur weiterhin frei entwickeln können. Es gilt die kulturelle Vielfalt in unserer Stadt auf höchstem Niveau zu erhalten und den Kulturstandort für Bürger und Gäste der Stadt auszubauen. Eine vielseitige und moderne Kunst- und Kulturszene ist für die Metropole Frankfurt am Main und die Rhein-Main-Region unverzichtbar.

Im Mittelpunkt liberaler Kulturpolitik stehen Gestaltungsfreiheit und Eigenverantwortung. Behördliche Regulierungseingriffe in das Eigenleben kultureller Institutionen lehnt die FDP ab.

Eine lebendige und abwechslungsreiche Kultur ist ein sichtbares Fundament der freiheitlichen Gesellschaft. Sie gibt Orientierung, bringt Menschen zusammen und erzeugt den notwendigen Rahmen für den gesellschaftlichen Diskurs. Ein vielfältiges Kulturleben ist ein Beitrag zur Lebensqualität unserer Stadt. Künstlerisches Schaffen und die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur fördern die individuelle und soziale Identität. Liberale Kulturpolitik ist daher immer offen für neue Wege und Ideen.

Die Freien Demokraten anerkennen Werte und Traditionen anderer Kulturen aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Toleranz ist dabei oberstes Gebot in einer Stadt mit vielen Kulturen. Die FDP setzt sich dafür ein, dass in Frankfurt jeder ein Kulturangebot findet, mit dem er sich identifizieren kann. Dem Kulturleben kommt hier ein besonderer Stellenwert als Integrationsfaktor zu.

Die Liberalen weisen auf die besondere Verantwortung der Stadt für die Städtische Bühnen GmbH mit ihren Teilbereichen Schauspiel Frankfurt und die mehrfach als bestes Opernhaus des Jahres ausgezeichnete Oper Frankfurt hin. Die Freiheit der Programmgestaltung und der künstlerischen Umsetzung muss auch künftig ausschließlich in der Verantwortung der beiden Intendanten liegen. Stadtparlament und Magistrat müssen sich dafür einsetzen, dass die Aufwendungen der Stadt für die international bedeutenden Städtischen Bühnen im kommunalen Finanzausgleich endlich angemessen berücksichtigt werden.

Die international hochangesehene Alte Oper Frankfurt muss in ihrer Unabhängigkeit bei Programmgestaltung und Auswahl der Anbieter künstlerischer Leistungen in den Bereichen Klassik, Unterhaltung und der Familien-, Kinder- und Jugendprogramme vorbehaltslos erhalten bleiben. Viele Veranstaltungen leisten einen vorbildlichen Beitrag zur Integration.

In reichem Maß ergänzen die privaten Theater das Theaterleben, besonders auch in den Stadtteilen. Die Stadt sollte bei Raumproblemen unterstützend tätig werden. Die Bemühungen um Sponsoren sind zu aktivieren. Der neue Theaterbeirat sollte als beratende Institution tätig sein. Er hat Stadtparlament und Magistrat zu berichten.

Die Vielfalt des Museumsangebots ist zu erhalten. Zusammenlegungen sind zu unterlassen. Das Museumsufer, einzig in seiner Art in Europa, ist in seinem Angebot komplett zu erhalten.

Forschungstätigkeit der Museen muss weiterhin ermöglicht und die Museen darin unterstützt werden, die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Eine übergreifende Zusammenfassung der Verwaltungsaufgaben der Museen findet die Unterstützung der Liberalen.

Ehrenamtliches Engagement in Bürger- und Geschichtsvereinen ist zu unterstützen. Kleine Vereine, die auf kulturellem Sektor arbeiten, sollen nach Möglichkeit finanzielle Unterstützung und Hilfe bei der Suche nach geeigneten Räumen erhalten.

Die Freien Demokraten möchten die Kultureinrichtungen in der Stadt motivieren, verstärkt durch Eigeninitiative Drittmittel einzuwerben. Zahlreiche Institutionen praktizieren dies bereits sehr erfolgreich. Der Anreiz für die Kultureinrichtungen soll darauf beruhen, dass sie umso mehr öffentliche Gelder bekommen je mehr Drittmittel sie selbst einwerben. Gerade für die Kreativen in unserer Stadt dürfte es kein Problem sein, mit entsprechenden Ideen in die Öffentlichkeit zu gehen. Die Stadt sollte für interessierte Institutionen eine Beratung zum erfolgreichen Fundraising anbieten.

Im Rahmen des Flohmarktes am Mainufer ist ein abgegrenzter Teil für ein qualitätsvolles, antiquarisches Kulturangebot wie Bücher, Bilder und andere Kulturgüter zu reservieren.

Die Freien Demokraten setzen sich dafür ein, dass Kindern und Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten gegeben werden, kulturelle Angebote wahrzunehmen. Viele Kultureinrichtungen leisten bereits eine hervorragende Kinder- und Jugendarbeit. Programme für Kinder und Jugendliche, deren Elternhäuser keinen oder nur wenig Zugang zur Kulturszene haben, sind in Zusammenarbeit mit Theater, Oper, Museen, Kulturvereinen und privaten Partnern weiter zu entwickeln. Die FDP fordert ein Kinder- und Jugendkulturhaus, in dem möglichst viele Sparten der Kultur für Kinder und Jugendliche zusammengeführt werden.

Die FDP hält an dem Ziel eines Kulturcampus weiterhin fest. Es ist klar, dass die Idee ohne Mitwirkung des Landes nicht realisiert werden kann. Die FDP sieht es in diesem Zusammenhang als wichtiges städtisches Ziel an, gemeinsam mit der ABG Holding dafür Sorge zu tragen, dass auf dem ehemaligen Unigelände die geeigneten Flächen und Räumlichkeiten zur Ansiedlung der Musikhochschule, des Frankfurt LAB, des Ensemble Modern, der Forsythe Company, der Hessischen Theaterakademie, der Jungen Deutschen Philharmonie und des Hindemith Instituts für Sozialforschung zur Verfügung gestellt werden. Die Idee eines Kulturcampus ist großartig. Stadt und Land müssen den Weg dorthin konsequent und zielorientiert weitergehen.

Die Freien Demokraten bekennen sich zu den lokalen Traditionen Frankfurts. Die Frankfurter Apfelweinwirtschaften, Grüne Soße und der Ebbelwei-Express sind für uns in der Stadt genauso unverzichtbar wie moderne Kulturangebote. Wir setzen uns daher aktiv für den Erhalt dieser Kultur ein und fordern in diesem Zusammenhang eine Anlegemöglichkeit für das Bembelboot am Frankfurter Mainufer. Des Weiteren setzen sich die Freien Demokraten für eine Förderung lokaler Nachwuchsmusiker ein. Die Bereitstellung von Proberäumen, beispielsweise in Anbindung an lokale Jugendzentren oder in alten Hochbunkern, schafft eine geeignete Infrastruktur zur Unterstützung kreativer Jungmusiker. In Form einer monatlichen „Offenen Bühne“ wird jungen Menschen die Möglichkeit gegeben, erste Bühnenerfahrungen zu sammeln und somit lokale und überregionale Bekanntheit zu erlangen.

Das wollen wir für Frankfurt erreichen:

Sofortmaßnahmen:

  • Kultureinrichtungen zur Einwerbung von Drittmitteln motivieren.
  • Beratung zum erfolgreichen Fundraising anbieten.
  • Ehrenamtliches Engagement in Bürger- und Geschichtsvereinen unterstützen.
  • Regelmäßige Berichte über Erfahrungen mit dem Theaterbeirat.
  • Anlegemöglichkeit für das Bembelboot.

Bis 2020 wollen wir erreichen:

  • Zusammenlegung von Verwaltungsaufgaben der Museen.
  • Entwicklung des Kulturcampus.